Verfügt der Geist über ein Werkzeug in unserer Welt?

Das Wichtigste in Kürze

Nur mithilfe eines Werkzeugs kann der schöpferische Geist aktiv in unsere Welt eingreifen. Dazu müsste er geeignete Lebensformen dazu bringen, seinen Willen physisch umzusetzen. Der Mensch wäre unter allen irdischen Lebensformen das am besten geeignete Werkzeug, doch scheinbar ist der alles erfüllende Geist an ihm gescheitert. Evolutionäre Triebe sind stärker als geistige Botschaften, hinzu kommt, dass die Evolutionstheorie Gott ins Reich der Mythen verdrängt hat. Trotzdem ist noch nicht alle Hoffnung verloren.


Als Lösung ein Überwesen

Im vorangegangen Beitrag „Welche Ziele hat der Geist, der uns beseelt?“ haben wir sowohl eine geistig-seelische, als auch eine physische Weiterentwicklung der Welt hin zum Vollkommenen als Ziel des Geistes identifiziert. Ein wesentlicher Faktor der Vollkommenheit ist eine Welt, die frei von Leid und Elend und reich an Freude und Liebe ist. Der Mensch stellt hier als ein Wesen, das die Welt mit Leid und Elend im großen Stil überzieht, das größte Problem dar. Da er selbst durch biblische Plagen nicht zu bremsen ist, benötigt der Geist ein Werkzeug auf Erden, mit dem er seine Ziele durchsetzen und auch dem menschlichen Treiben Einhalt gebieten kann.

Doch wie müsste ein solches Werkzeug, ein solches Überwesen aussehen, was müsste es alles können?

  1. Zunächst sollte es umfassende physische Fähigkeiten besitzen, um aktiv in den Lauf der Welt einzugreifen, denn es soll ja in der Lage sein, selbst Katastrophen zu verhindern.
  2. Dann sollte es eine Vorstellung von seinem Auftraggeber, also dem allumfassenden Geist, haben, denn es soll ja in dessen Auftrag und nicht für andere oder nach eigenem Gutdünken handeln.
  3. Es muss über eine hohe Intelligenz verfügen, um möglichst eigenständig die Aufträge des Geistes zu erfüllen, denn der allumfassende Geist kann über seine geringen Einflussmöglichkeiten hin zur physischen Welt nicht jeden Handgriff dieses Überwesens direkt steuern.
  4. Dafür benötigt es eine konkrete Vorstellung von den Zielen des schöpferischen Geistes, damit es auch das Richtige in dessen Sinne tut.
  5. Es sollte aber auch in der Lage sein, direkte Aufträge aus dem Reich schöpferischen Geistes zu empfangen und zu verstehen, denn ganz ohne geistigen Rat wird selbst das intelligenteste Werkzeug auf Dauer in die Irre laufen.
  6. Auch muss es über die nötige Hartnäckigkeit verfügen, um diese Aufträge selbst unter ungünstigsten Bedingungen Realität werden zu lassen, denn die Evolution schaut nicht tatenlos zu, wenn ihr ins Handwerk gepfuscht wird.
  7. Dazu müsste dieses Überwesen auch schneller sein, als die Evolution, deren kalte, skrupellose Logik es immer wieder schaffen wird, aus den Bemühungen des schöpferischen Geistes hin zum Guten Nutzen zu ziehen und somit wieder alles zunichte zu machen.
  8. Hinzu kommt, dass es möglichst langlebig sein sollte, um auch große Projekte zu Ende führen zu können.
  9. Dann bedarf es vieler dieser Überwesen, da es noch so undendlich viel auf der Erde zu tun gibt, dass selbst ein Supermann oder ein Erzengel alleine zum Scheitern verurteilt wäre
  10. Diese vielen Wesen sollten auch untereinander abgestimmt und koordiniert handeln, damit ihre gemeinsame Kraft nicht wirkungslos verpufft.

Wunschzettel für ein Werkzeug des schöpferischen Geistes

Kurz gefasst benötigt der Geist ein Werkzeug mit folgenden Eigenschaften:

  1. Es kann aktiv eingreifen
  2. Es glaubt an diesen alles beseelenden Geist
  3. Es verfügt über hohe Intelligenz
  4. Es vertritt die Werte des absolut Guten
  5. Es versteht Botschaften aus der Welt des Geistes
  6. Es ist hartnäckig
  7. Es ist schneller als die Evolution
  8. Es ist langlebig
  9. Es gibt viele davon
  10. Sie alle handeln koordiniert

So, das wäre also der Wunschzettel, wie ein Werkzeug zum Erreichen der Ziele des schöpferischen Gesites aussehen müsste.

Kein Geschöpf vom Reißbrett

Doch ganz so einfach wird dieser Wunschzettel nicht Realität, denn unser Geist aus der Quantenwelt hat ja überhaupt keine Möglichkeiten, so ein Wesen vom Reißbrett weg zu erschaffen. Er kann nur indirekt über die Manipulation der Evolution durch Mutationen auf Quantenebene bestehende Lebensformen so verändern, dass sie diesem Überwesen nahekommen. Doch welche irdischen Kreaturen eignen sich überhaupt für seine Ziele?

Mögliche Werkzeuge aus dem Meer

Wale und Delphine verfügen über hohe Intelligenz, Bartenwale sind ohnehin bereits friedliche und soziale Wesen, die den Zielen von einer besseren Welt wohl am nächsten kommen. Doch obwohl Wale über gewaltige Kräfte verfügen, fehlen ihnen die Greifwerkzeuge, um aktiv in den Lauf der Dinge einzugreifen. Es ist auch schwer vorstellbar, wie diese Kolosse das Meer verlassen wollen, um der Menschheit an Land Paroli zu bieten. Und wie wir von evolutionären Prozessen wissen, braucht es Jahrmillionen um aus Flossen effiziente Greifwerkzeuge zu formen. Von daher müssen wir schweren Herzens diese friedlichen Riesen der Ozeane von der Kandidatenliste streichen. Ebenfalls sehr attraktive Kandidaten wären Oktopoden. Sie sind clever und mit ihren Greifarmen können sie sogar Schraubgläser öffnen. Doch ihre Lebenserwartung von nurmaximal zwei Jahren macht es unmöglich, sie mit großen, komplexen Aufgaben zu beauftragen. Noch während sie sich darauf vorbereiten sind sie schon wieder gestorben.

Mögliche Werkzeuge aus der Luft

Bei den Vögeln sieht es schon deutlich besser aus. Beispielsweise sind Papageien und Krähen hochintelligent und sie werden zum Teil über hundert Jahre alt. Zwar sind ihre Flügel zum Greifen ungeeignet, aber mit Schnabel und Krallen können sie Werkzeuge nutzen und sie tun das zum Teil sehr erfolgreich. Vögel, insbesondere Krähen gibt es in großer Zahl, darüber hinaus sind ihre Fähigkeiten zu fliegen eine hervorragende Möglichkeit, schnell an jeden Ort der Welt zu gelangen. Alfred Hitchcock hat in seinem Film „Die Vögel“ eindrucksvoll gezeigt, dass es durchaus denkbar wäre, dass Vögel dem menschlichen Treiben Einhalt gebieten. Und das alleine nur aufgrund ihrer Masse und ihrer Fähigkeit zu fliegen. In wie weit sie jedoch bereits einen höheren Geist glauben, in der Lage sind, seine Botschaften zu verstehen und diese auch umzusetzen, können wir nicht sagen. Langfristig wären sie jedoch hervorragende Kandidaten, um sie in Richtung eines Werkzeug des Geistes weiterzuentwickeln. Vielleicht sind ja die Berichte über geflügelte Engel nichts weiter als Sichtungen derartigerWerkzeuge aus dem Reich der Vögel? Aber Spaß beiseite, der Weg von heutigen Vögeln hin zu Überwesen, die die Schäden menschlichen Handelns korrigieren und Naturkatastrophen verhindern können, ist noch ein sehr, sehr weiter.

Mögliche Werkzeuge an Land

Bei den Landlebewesen haben wir gleich mehrere Kandidaten. Naheliegend sind natürlich die Primaten. Sie sind intelligent, schnell, langlebig, in Sippen gemeinschaftlich handelnd und mit ihren Greifhänden besitzen sie wunderbare Werkzeuge. Es wäre somit vor allem eine geistige Herausforderung, den wilden und aggressiven Menschenaffen den Glauben an einen Schöpfer zu vermitteln und sie für dessen Botschaften zu sensibilisieren. Doch ihre Zahl ist gering, sie stehen kurz vor dem Aussterben und der Mensch hat bereits alle Lebensnischen an Land besetzt. Jeder Versuch, aus dieser Richtung dem menschlichen Treiben Einhalt zu gebieten, würde im Keim erstickt werden. Erfolgversprechender erscheinen hingegen die Ratten. Ihre Zahl übersteigt die des Menschen um ein Vielfaches, sie sind zäh, intelligent, sozial und besitzen ähnlich feine Greifwerkzeuge wie Affen. Nur ihre kurze Lebenserwartung von eineinhalb bis drei Jahren stellt ein Problem dar. Dennoch ist es den Ratten indirekt mithilfe der Pest bereits mehrfach gelungen, die Population der Menschheit dramatisch zu reduzieren. Bei der großen Pandemie im vierzehnten Jahrhundert starb ein Drittel der europäischen Bevölkerung. In Florenz überlebte gar nur ein Fünftel der Einwohner. Doch um ehrlich zu sein, glaube ich nicht daran, dass Ratten geeignet sind, die Ziele des Geistes auf Erden durchzusetzen. Denn ähnlich wie der Mensch sorgen sie aufgrund ihrer eigenen Aggressivität und der Verbreitung von Krankheiten wohl eher zur Vermehrung von Leid und Elend.

Vielleicht ist gar der Mensch dieses Werkzeug?

Und dann wäre aber auch noch der Mensch selbst ein möglicher Kandidat. Doch wie kann es sein, dass das Wesen, das diesem Planeten am meisten Schaden zufügt, ein Werkzeug des schöpferischen Geistes sein soll? Andererseits treffen eigentlich alle Voraussetzungen für ein Werkzeug des Geistes hervorragend auf uns zu. Es sieht fast so aus, als hätte der schöpferische Geist versucht, uns in Richtung eines solchen Werkzeugs zu entwickeln. Parallel mit der Ausprägung von Sprache entstanden vor ca. 60.000 Jahren bei den Neandertalern erste Bestattungsriten. Bald schon folgten religiöse Verehrung von Gottheiten und die Entwicklung von Schrift und Kultur, die sich ganz zentral um das Phänomen Gott drehen. Dabei wurden nicht nur Tempel gebaut, sondern auch göttliche Botschaften in heiligen Schriften festgehalten. Propheten und weise Männer wie Jesus, Buddha oder Franz von Assisi lehrten Güte, Nächstenliebe und ein Leben in Einklang mit der Natur. Die immer noch wilde und kriegerische Menschheit entwickelte Mitgefühl auch für andere Geschöpfe, Liebe zur Natur und erkannte Frieden als höchstes Gut an. Und auch die Fähigkeit, die Kräfte der Natur zu bändigen, hat die Menschheit hervorragend gemeistert. Klimatisierte Gebäude trotzen extremsten Witterungen, Getreidespeicher helfen Hungersnöte zu vermeiden, Deiche und Staudämme verhindern Überschwemmungen, Feuerwehren und Katastrophenschutz gelingt es, Plagen aller Art zu verhindern oder zumindest deren Auswirkungen zu lindern. Eigentlich sah es lange Zeit so aus, als würde der Plan des schöpferischen Geistes, die Menschheit zu seinem Werkzeug auf Erden zu machen, glatt aufgehen.

Doch der Versuch scheiterte kläglich

Doch dann lief etwas ganz gewaltig schief. Auch wenn die Menschheit mit reichlich Verstand und sogar mit Mitgefühl gesegnet ist, den Willen des allumfassenden Geistes hat sie in den letzten Jahrtausenden mächtig missverstanden. Auch wenn die meisten Religionen sanfte Nächstenliebe predigen, versuchen wir gerade unsere religiösen Überzeugungen mit der Gewalt einer wilden Affenhorde und selbstmörderischem Fanatismus durchzusetzen. Und auch unsere Fähigkeiten, die Welt bewusst zu formen, setzen wir nur in den seltensten Fällen dafür ein, Leid und Elend zu bekämpfen. Wir holzen Wälder ab, versiegeln Böden, rotten zahllose Arten aus und nutzen jede unserer neuen technologischen Erfindungen, um noch wirksamere Foltergeräte, Waffen und Massenvernichtungsmittel zu schaffen.

Die Evolution schlägt zurück

Den größten Rückschlag hat dem schöpferischen Geist bei seinen Bemühungen, sich klammheimlich die Menschheit zum Werkzeug zu machen, die Evolution höchstpersönlich zugefügt, nämlich in Form der Darwinschen Evolutionslehre. Plötzlich waren die Schöpfungsgeschichten aller Religionen Makulatur. Gemeinsam mit Newtons neuer Lehre von Ursache und Wirkung gelang es, Gott und damit auch den schöpferischen Geist ins Reich der Märchen, Legenden und Mythen zu verbannen. Es begann das Zeitalter der Säkularisierung, des Sinnverlusts und der Pseudoreligionen von Kommunismus bis Turbokapitalismus. In Folge dessen haben wir im zwanzigsten Jahrhundert das blutigste und grausamste Zeitalter der Menschheitsgeschichte eingeläutet. Zwei Weltkriege, konsequente Umweltzerstörung durch die industrielle Revolution und der Bau von über 70.000 Atombomben brachten unseren Planeten an den Rand des Untergangs. Und auch heute ist die Situation kritisch. Die Staatengemeinschaft verhält sich wieder wie eine zerstrittene Affenhorde und egoistische Vetomächte blockieren jede Initiative, Krisenregionen dauerhaft zu befrieden.

Doch der schöpferische Geist gibt nicht auf

Müssen wir also davon ausgehen, dass der alles umfassende Geist mit seinen Bemühungen gescheitert ist, den Menschen zu einem Werkzeug gegen Leid und Elend zu machen? Ich denke nicht. Unsere Welt würde nicht existieren, wenn der schöpferische Geist so schnell aufgeben würde. Trotz zahlloser Versuche, die Existenz Gottes wissenschaftlich zu widerlegen, glauben heute immer noch 70 Prozent der Menschheit an die Idee eines wie auch immer gearteten Gottes. Der Drang, sich in den Dienst des göttlichen Willens zu stellen, ist weiterhin unbestreitbar. Wir erkennen das selbst heute noch am Bau zahlloser Tempel und Gotteshäuser, die seit jeher zu den gewaltigsten und aufwändigsten Bauwerken ihrer Zeit zählen. Bauten, wie die Pyramiden, oder die gotischen Kathedralen gehören lange noch nicht der Vergangenheit an. Eines der beeindruckendsten und wohl aktuellsten Beispiele ist die gewaltige Sagrada Familia in Barcelona, deren Fertigstellung trotz Wirtschaftskrise für 2026 geplant ist.

Noch gigantischer ist der Akshardham Tempel in Delhi, der in absoluter Rekordzeit von 2000 bis 2005 erbaut wurde und selbst das Taj Mahal in den Schatten stellt.

Und offensichtlich ist dieser unerschütterliche Gottglaube nicht unbegründet. Wie in diesem Blog mehrfach beschrieben, verhilft uns insbesondere die Quantenphysik zu einem neuen, mit der Wissenschaft vereinbaren Gottesbild (siehe die Beiträge „Wo ist der Übergang von Physik zu Metaphysik?“, „Kann das Universum einen Geist besitzen?“ und „Gibt es einen Gottesbeweis?“). Wir sind gerade dabei, Gott aus dem Reich der Sagen in die Realität zurückzuholen und langsam fangen wir an, diesen alles beseelenden Geist wirklich zu verstehen.

Unser hässliches Spiegelbild lässt uns Handeln

Und trotz der schrecklichen Nachrichten über Terror, Krieg, Flüchtlingskatastrophen und Umweltzerstörung aufgrund von Profit- und Machtgier gibt es auch Entwicklungen, die Hoffnung machen. Tiere werden immer mehr als fühlende Mitgeschöpfe wahrgenommen. Der Widerstand gegen Massentierhaltung, alle Formen von Tierquälerei und Umweltzerstörung steigt von Tag zu Tag. Die Vorschriften für nachhaltiges Wirtschaften werden weltweit immer schärfer. Dabei nimmt das Internet eine wichtige Rolle ein, indem es in Enthüllungsplattformen die Lügen von Politikern, Konzernen und Geheimdiensten genauso anprangert, wie grausame Menschenrechtsverletzungen in allen Diktaturen weltweit. Das hat einerseits zur Folge, dass wir die hässlichsten Seiten unserer Zivilisation in einer noch nie dagewesenen Form vor Augen gehalten bekommen, was den Glauben an die Menschheit massiv erschüttert. Andererseits ist es gerade dieser gnadenlose Spiegel, der uns da vorgehalten wird, der das Volk aufrüttelt und die Mächtigen zum Handeln zwingt. Von daher halte ich es auch für besonders wichtig, es nicht nur bei der persönlichen Betroffenheit zu belassen, sondern seine Stimme gegen all die Missstände zu erheben, für die wir uns als Menschheit schämen müssen. Dazu muss man im Zeitalter von sozialen Netzwerken und Online-Petitionsplattformen nicht mehr auf die Straße gehen oder sich in unsäglich langweiligen parteipolitischen Veranstaltungen engagieren. Teilen Sie in den sozialen Netzwerken Ihre Wut, Ihren Ärger und unterstützen Sie diejenigen, die etwas gegen diese Missstände tun. Erhöhen Sie den Druck auf die Mächtigen, indem Sie mithilfe von Online-Peitionen Ihre Stimme und die Stimmen Ihres Netzwerks gegen sie erheben. Auch wenn es oft nicht den Eindruck macht, letztendlich geht alle Macht vom Volk aus, und das sind Sie und Ihr Netzwerk.

Menschheitsträume sind nicht aufzuhalten

Wir Menschen dürfen aber auch eines nicht vergessen, wir sind nicht die Krone der Schöpfung, wir sind bestenfalls ein erster Schritt hin in diese Richtung. Das ist es auch, was uns so unglücklich macht. Ein Löwe ist nicht unglücklich darüber, dass er ein Raubtier ist. Er lebt seine Bestimmung. Wir aber sind gefangen zwischen unseren evolutionär gewachsenen Trieben und dem Auftrag des alles beseelenden Geistes, die Welt zum Guten zu verändern. Im Gegensatz zum Löwen hat uns dieser Geist nämlich eine Vision gegeben, den Traum vom Paradies auf Erden. Und bei allen Schwächen, die wir Menschen haben, besitzen wir eine Stärke, die uns von allen anderen Daseinsformen unterscheidet: wir ruhen nicht, solange es uns nicht gelungen ist, einen derartigen Menschheitstraum wahr werden zu lassen. Wer hätte vor lächerlichen zweihundert Jahren ernsthaft geglaubt, dass es der Menschheit gelingen würde, zu fliegen, auf den Mond zu reisen oder virtuelle Welten am heimischen Computer Realität werden zu lassen?

Nicht mehr als eine Petrischale

Und was ist, wenn die Menschheit versagt? Was ist, wenn wir uns vorher in einem atomaren Feuersturm selbst auslöschen werden? Hat dann der schöpferische Geist endgültig versagt? Wohl kaum. Dann wird er seine Bemühungen mit anderen Wesen weiterführen. Und wenn nicht auf der Erde, dann auf einer unter Abermilliarden anderen Welten. Denn so wichtig wir uns auch vorkommen, im Vergleich zum Universum ist unsere Zivilisation nicht mehr, als eine winzige Petrischale unter den unzähligen Petrischalen, die sich in allen Labors der Welt befinden. So wie parallel im Universum Sonnen und Planeten entstanden sind, dürfte dort überall auch beseeltes Leben entstanden sein, das sich nach den Gesetzen der Evolution entwickelt. Und überall da werden wir das Streben des Geistes nach einem Werkzeug finden, das für eine Welt ohne Leid und Elend sorgt.

Herr im eigenen Haus oder nur Marionette?

So lobenswert die Ziele des schöpferischen Geistes auch sein mögen, mit uns als Werkzeug die Welt nach seinen Vorstellungen zu prägen, so sehr stellt sich aber auch die Frage, warum sollen wir uns von einem Geist, der uns nicht hilft und der über keine echte Macht in unserer Welt verfügt, als Werkzeug vor seinen Karren spannen lassen? Um das zu beantworten müssen wir wieder an den Anfang dieses Blogs zurückkehren. Wie im Beitrag „Wie real ist unser Geist?“ beschrieben, ist das, was uns als fühlendes Wesen ausmacht, dieser göttliche Funke, der uns beseelt. Ohne diesen Funken wären wir nichts weiter, als fühllose Bioroboter. Somit ist der Geist, der unseren physischen Körper zu einem Werkzeug seiner Ziele machen möchte, und der Geist, der uns als fühlendes Individuum beseelt, ein und derselbe. Wenn wir also die Welt verbessern wollen, sind wir nicht willenlose Marionetten, die von göttlichen Fäden gelenkt werden, sondern wir handeln als Herr im eigenen Haus. Wenn wir aber den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und uns ganz dem Egoismus unserer Triebe hingeben, dann erst sind wir willenlose Marionetten, die ganz nach der Pfeife der seelenlosen Logik der Evolution tanzen. Um herauszufinden, wann wir Herr und wann wir Marionette sind, brauchen wir nur im Nachhinein zu prüfen, welche Gefühle unser Handeln hinterlassen hat. Wenn wir ein Gefühl großer Zufriedenheit, Erfüllung und Stolz in uns tragen, dann haben wir als Herr im eigenen Haus gehandelt. Fühlen wir uns aber mies, schmutzig, unglücklich mit dem, was wir getan haben, dann waren wir nichts weiter als eine willfährige Marionette.

Welche Ziele hat der Geist, der uns beseelt?

Das Wichtigste in Kürze

Für einen alles beseelenden Geist macht eine irdische Seelenprüfung nur wenig Sinn. Wahrscheinlicher ist eine Weiterentwicklung der Seelen hin zur Vollkommenheit. Insgesamt hat sich die gesamte Schöpfung immer mehr in Richtung Komplexität und Ordnung entwickelt. Das Ziel scheint eine vollkommene Welt zu sein. Doch das Auftauchen des Menschen scheint dieses Ziel zunichte zu machen. Selbst durch biblische Plagen lässt er sich nicht stoppen.


Um dem Sinn des Lebens näherzukommen, müssen wir erst einmal herausbekommen, was überhaupt die Ziele des schöpferischen Geistes sind. Diese Frage stellt sich die Menschheit schon seit Erfindung der Religionen.

Das Ziel der Seelenprüfung

Quer durch viele Religionen besteht die einhellige Meinung, dass Gott mit dem entbehrungsreichen Leben auf Erden die Seelen prüft und danach entscheidet, wie es mit ihnen weitergehen soll. Doch wenn es Gottes Funke ist, der den Lebewesen die Seele einhaucht, dann ist es sehr fraglich, ob das mit der Probe wirklich das Hauptziel des allumfassenden Geistes ist. Wenn doch der physische Körper, der durch die Evolution geprägt wurde mit all seinen Trieben und schlechten Eigenschaften mit dem Tod vergeht und nur noch der reine göttliche Funke bleibt. Doch dazu mehr im Beitrag „Gibt es Himmel und Hölle?“

Das Ziel: Weiterentwicklung zum Vollkommenen

Mit der Reinkarnation liefern die östlichen Religionen wie der Buddhismus ein völlig anderes Konzept. Hier geht es darum, die Seelen während des Durchlaufens zahlloser Leben hin zur Vollkommenheit weiterzuentwickeln. Was Reifung und Weiterentwicklung aus unserer heutigen Weltsicht so attraktiv macht, ist die Tatsache, dass es sich beim Drang zur Weiterentwicklung um ein universales Grundprinzip handelt. Im Gegensatz zu den Vätern des Alten und Neuen Testaments wissen wir heute, dass wir es nicht mit einer statischen Welt zu tun haben, die in einem einzigen Schöpfungsakt in ihrer heutigen Form geschaffen wurde, sondern dass es sich um einem kontinuierlichen Prozess handelt. Wie schon im Beitrag „Ist der schöpferische Geist mit der Evolutionstheorie vereinbar?“ beschrieben, haben sich sowohl die Materie als auch das Leben hin zu immer komplexeren, vollkommeneren Formen entwickelt. Warum also nicht auch die Seelen, die sich durch die Reinkarnation immer mehr dem schöpferischen Ziel des Vollkommenen annähern?

Was ist eigentlich dieses Vollkommene?

Der Begriff Vollkommenheit steht für etwas, dem weder etwas hinzugefügt noch weggenommen werden muss, damit es perfekt funktioniert. Wir umschreiben das auch mit Begriffen wie Schönheit und Harmonie. Doch aus Sicht eines mitfühlenden Geistes ist seine Welt erst dann vollkommen, wenn Sie nicht nur perfekt funktioniert und alles schön und harmonisch ist, sondern wenn alles Leid und Elend aus ihr verschwunden ist. Denn erst dann ist der Geist, der alles Leben erfüllt, auch selbst frei von Schmerz und Leid. Doch perfekt wird die Welt aus seiner Sicht erst dann sein, wenn sie auch von Glückseligkeit und Liebe erfüllt ist, denn auch ohne Leiden ist in ihr sonst nur ein Zustand von satt und sauber erreicht.

Der Mensch ein Triumph der Evolution über Gott?

Entgegen der grausamen Logik der Evolutionstheorie ist es dem schöpferischen Geist durchaus gelungen, in diese Richtung Einfluss zu nehmen. Nicht das Prinzip Leben-frisst-Leben, sondern friedliche Pflanzen haben sich zur dominanten Spezies auf Erden entwickelt (mehr dazu im Beitrag „Warum dominiert das Prinzip Leben-frisst-Leben?“). Es ist ihm gelungen, selbst grausame Jäger mit Liebe und Mitgefühl zu erfüllen. Doch der Mensch ist ihm offensichtlich entglitten, trotz Gaben wie Verstand, Mitgefühl und Glauben zerstört er in unvergleichlicher Weise die Schöpfung und verbreitet auch noch in Gottes Namen Leid, Elend und Terror. Es kann nicht der Sinn des Lebens sein, in Gottes Namen vom göttlichen Funken erfüllte Geschöpfe zu quälen und zu töten. Ist also der Mensch der endgültige Triumph kalter Evolution über Gott?

Versetzen Sie sich an die Stelle des schöpferischen Geistes

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir ein höchst ketzerisches Gedankenexperiment wagen. Stellen Sie sich vor, Sie wären der treibende Geist der Schöpfung. Das ist kein allmächtiger Gott, sondern der in diesem Blog beschriebene, mitfühlende, alles beseelende, schöpferischer Geist, wie er auch mit den Naturwissenschaften vereinbar ist. Ihr Einfluss auf den Lauf der Evolution ist minimal. Die Naturgesetze hindern Sie am direkten Eingreifen. Wenn Sie von Ihrer geistigen Welt aus etwas verändern wollen, bleibt ihnen nur der Einfluss über winzige Quanteneffekte. Hie und da gelingt es Ihnen, so eine Mutation gezielt zu beeinflussen. Ganz selten gibt es auch einmal die Gelegenheit, extrem instabile Systeme über den Schmetterlingseffekt in eine Ihnen genehme Richtung zu verändern. Um auf diese Weise etwas im Lauf der Evolution zu verändern benötigen Sie hunderttausende wenn nicht gar millionen von Jahren. In der Zwischenzeit müssen Sie hilflos miterleben, und vor allem mitfühlen, wie Ihre Schöpfung leidet. Sie stehen mit diesen Mitteln der grausamen Logik der Evolution gegenüber, die schon nach wenigen Generationen Zucht und Auslese wieder all Ihre Bemühungen zunichtemacht. Es ist Ihnen in den letzten Jahrmilliarden nicht gelungen, dem Leben-frisst-Leben Einhalt zu gebieten. Und nun taucht mit dem Menschen auch noch ein Wesen auf, das an Grausamkeit und Zerstörungskraft alles in den Schatten stellt, was je diesen Planeten belebt hat. Wie würden Sie Ihren Einfluss geltend machen, um dem ein Ende zu bereiten?

Gegen den Mensch hilft keine biblische Plage

Was also tun? Eine Sintflut wirken, die diese Bedrohung vom Planeten fegt? Ohne massive Verletzung der Naturgesetze geht das natürlich nicht. Darüber hinaus würden Sie damit ja auch alle anderen von Ihnen beseelten Geschöpfe auslöschen. Gleiches gilt auch für einen Asteroiden, dessen Bahn Sie Jahrtausende hinweg durch winzige Schmetterlingseffekte so manipulieren könnten, dass er in ferner Zukunft auf der Erde einschlägt und dem Leid ein Ende bereitet. Doch mit einer so massiven und zeitaufwändigen Maßnahme laufen Sie auch noch Gefahr, dass sich das Problem Menschheit bis zum Einschlag von selbst erledigt hat und Sie mit ihrer eigenen göttlichen Fliegenklatsche den Rest ihrer eigenen Schöpfung vernichten. Etwas cleverer sind da natürlich Epidemien wie die Pest, Aids oder Ebola. Zu guten alten Zeiten, als die Evolution viele Generationen benötigt hat, um Resistenzen auszubilden, hätte das vielleicht noch ganz gut funktioniert. Doch dieser clevere Schädling Mensch wird Ihren biblischen Plagen schon nach einem Bruchteil dieser Zeit Herr.

Aussichtslos, wie Materie aus dem Nichts zu erschaffen

Sie kämpfen jetzt also nicht mehr nur einen Kampf gegen die Prinzipien der Evolution, sondern auch noch gegen Forschung und Technik. Bleibt eigentlich nur noch die Hoffnung, dass sich die Menschheit mit ihren eigenen Waffen selbst auslöscht. Aber soll ich Ihnen etwas verraten, als alles beseelender Geist wollen Sie auch das nicht. Denn sie beseelen ja nicht nur die Natur, die unter dieser Plage zu leiden hat, sie beseelen auch die Menschheit. Sie hoffen, freuen, lieben und leiden mit jedem einzelnen dieser schrecklichen und gleichzeitig wundervollen Geschöpfe mit. Hier eine Lösung zu finden, ist eine mindestens genauso aussichtslose Situation, wie aus dem Nichts Materie zu erschaffen oder das absolute Chaos nach dem Urknall in ein geordnetes Universum voller Leben zu verwandeln (siehe dazu „Was ist die Ursache für den Geist?“ und „Ist der schöpferische Geist mit der Evolutionstheorie vereinbar?“).

Als Lösung ein Überwesen

Und mit genau denselben trickreichen Methoden agiert dieser faszinierende, mitfühlende Geist, um eine Lösung für das Problem Menschheit zu finden. Statt mit brachialer göttlicher Gewalt Wunder zu wirken, nutzt er die Gesetzeslücken in den Naturgesetzen um seine Ziele zu realisieren. Was würden Sie also tun, wenn Sie persönlich in dieser grausamen materiellen Welt so gut wie keine Einflussmöglichkeiten besäßen? Richtig, es müsste ein Werkzeug her. Etwas, das in der Lage wäre, Ihre immateriellen Ziele in einer materiellen Welt Realität werden zu lassen. Am besten wäre ein Erzengel oder ein Überwesen, das mit übernatürlichen Kräften Ihren Willen auf Erden durchsetzt. Ob ein solches Überwesen, also ein physisches Werkzeug des Geistes auf Erden möglich ist, erfahren Sie im nächsten Beitrag „Verfügt der Geist über ein Werkzeug in unserer Welt?“.

Wie können wir mit dem allumfassenden Geist kommunizieren?

Das Wichtigste in Kürze

Über Quanteneffekte in unseren Zellen können wir unter idealen Bedingungen Botschaften aus der Quantenwelt wahrnehmen, die mit starken Emotionen einhergehen. Umgekehrt erreichen die wenigsten unserer Gebete den allumfassenden Geist, obwohl er selbst unsere intimsten Geheimnisse aufmerksam mitverfolgt. Beim Eintritt des Hirntods ist maximale Kommunikation hinein in die metaphysische Welt der Quanten möglich.


Große Momente lassen sich nicht in Worte fassen

Wie wir bereits im Beitrag „Wie real ist unser Geist?“ festgestellt haben, ist es nicht das Wort sondern sind es Gefühle über die der Geist mit uns kommuniziert. Nicht umsonst sind die großen Momente des „Alles in Allem“ Momente die wir nicht in Worte fassen können, Momente die wir nur selbst erleben, selbst erfühlen können.

1. Der Dialog aus der Quantenwelt hin zu uns

Der allumfassende Geist hat (fast) nichts zu melden

Im Beitrag „Wie kann der Geist unseren Körper beeinflussen? “ haben wir innerhalb unserer Zellen den Übergang zur Welt der Quanten und somit des Geistes bzw. hin zum göttlichen Funken in uns identifiziert. Dieser Übergang ist extrem sensibel und kann durch äußere Reize, Drogen und Genussmittel, eingefahrene Denkmuster, Stresshormone und vieles mehr gestört werden. Wie auch im Beitrag „Gibt es überhaupt einen freien Willen?“ gezeigt, fährt deshalb unser Gehirn fast die gesamte Zeit auf Autopilot. Deshalb nehmen wir auch nur 0,0004 Prozent aller Sinneswahrnehmungen bewusst wahr und unser bewusstes Eingreifen beschränkt sich auf das Allerwichtigste. Und selbst beim bewussten Eingreifen handelt es sich in der Regel nicht um ein bewusst durch den göttlichen Funken ausgelöstes Veto sondern nur um ein Veto aufgrund unbewusster Prozesse deren Ablaufen wir jedoch bewusst beobachten. Genau das ist auch das, was Kühn und Brass in ihren neurologischen Tests nachgewiesen haben.

Jesus spricht nicht mit Don Camillo!

Um eine geistige Botschaft aus der Quantenwelt wahrzunehmen müssen ideale Voraussetzungen gegeben sein. Es ist so, wie die Fähigkeit unserer Augen, einzelne Photonen wahrzunehmen. Dazu bedarf es absoluter Dunkelheit. Die Kommunikation von allumfassenden Geist zu uns Menschen findet nur in Momenten großer Gefühle und innerer Einkehr statt. Erst wenn wir ganz bei uns sind, wenn wir zur Ruhe kommen, finden wir zu unserer Seele, erst dann hören wir das leise Flüstern des Mitgefühls, der Liebe und sind sogar in der Lage, ganz große Gefühle der Einheit mit dem allumfassenden Geist und seiner Schöpfung zu empfinden. Aber auch Momente des kreativen Flows können eine Form des Dialogs mit diesem Geist sein. Das sind dann die Momente, in denen wirklich große Kunst entsteht. Nur im absoluten Ausnahmefall ist unser ruheloses Gehirn in der Lage, echte Botschaften aus der Quantenwelt zu empfangen. Aber der allumfassende Geist spricht nicht in Worten oder Fakten zu uns, wie Jesus zu Don Camillo, sondern er kommuniziert mit uns in der Ursprache. So können uns seine Botschaften nur in Form von Gefühlen, Bildern und Ideen erreichen.

Besser als Schuhe kaufen: Glücksgefühle, Gänsehaut und Tränen

Diese Botschaften sind daher keine ausformulierten abstrakten Gedanken sondern eher wie bildhafte Erinnerungen an längst Vergessenes. Es ist, als würde ein Schleier gehoben und man könne kurzzeitig auf die wahre Natur der Dinge blicken. Erst das anschließende, analytische Durchdenken führt zu einer konkret formulierten Erkenntnis. Es ist also meist nur ein winziger göttlicher Funke, der dann von der deterministischen Logik des Hirns zur kommunizierbaren Erkenntnis ausgearbeitet wird. Darin liegt natürlich die große Gefahr, dass man die falschen Schlussfolgerungen zieht, oder dass man eigene Wünsche und Erinnerungen mit echten Botschaften des allumfassenden Geistes verwechselt. Es ist eben leider nicht so, dass wir solche Erkenntnisse und unsere eigenen Schlussfolgerungen beim nächsten Mal Meditieren mit dem allumfassenden Geist durchdiskutieren und auf seine Richtigkeit hin überprüfen können. Je abstrakter eine Idee vorformuliert ist, desto größer ist aber die Gefahr, dass sie aus dem eigenen Hirn (z.B. Erinnerung an einen Film, Erzählung o.ä.) stammt. Andere Erkenntnisse brauchen keine geistige Inspiration, da sie durch logisches Kombinieren bekannter Faktoren entstanden sind. Echte Botschaften des allumfassenden Geistes hingegen sind meist mit einem intensiven Glücksgefühl, Tränen vor Freude, Gänsehaut oder einem Kribbeln verbunden, das unseren gesamten Körper erfasst.

2. Kommunikation in Richtung Quantenwelt

Die wenigsten Gebete erreichen den allumfassenden Geist

Bei unserer Kommunikation hin zum allumfassenden Geist handelt es sich beileibe nicht nur um Gebete sondern jedes bewusste Erleben ist eine Kommunikation mit dem alles beseelenden Geist. Denn Erleben ist Leben und das geht über alles hinaus, was seelenlose Maschinen jemals zu leisten vermögen. Maschinen können Musik speichern, wiedergeben, ja sogar komponieren, aber niemals können sie die Gefühle empfinden, die Musik in unserem Herzen erweckt. Gleiches gilt für alle anderen Sinneswahrnehmungen und Gefühle. Somit ist ein automatisch heruntergeleiertes Gebet keine Kommunikation mit dem allumfassenden Geist. Denn unsere bewussten Gedanken und somit der göttliche Funke sind ganz woanders, während unbewusste Hirnareale die Worte ohne Begreifen automatisch herunterspulen. Dennoch können uns endlose Gebetsrezitationen in einen geistigen Schwebezustand versetzen, der wiederum einen intensiven Dialog mit dem allumfassenden Geist ermöglicht, doch der erfolgt dann auf ganz anderer Ebene als der Wortlaut der Gebete.

Big Brother Geist beobachtet uns

Je intensiver und bewusster ein Gefühl ist, desto näher sind wir somit dem alles beseelenden Geist. Doch bedeutet dieses bewusste Erleben nicht auch, dass dieser Geist unsere geheimsten und unangenehmsten Gedanken stets mitliest? So eine Art Big Brother in unserem Kopf? Viele Gläubige geben sich der Hoffnung hin, dass Gott nur unsere Taten und die an ihn gerichteten Gebete wahrnimmt, aber nicht den Rest unserer Gedanken. Wenn es aber der uns beseelende Geist ist, der in uns sitzt und durch uns fühlt, dann gibt es nicht den geringsten Funken Intimität mehr. Doch keine Angst, dieser Geist ist kein heimlicher Spion, sondern es ist ja genau unser bewusstes Erleben, das diesem Beobachter aus der Quantenwelt entspricht. Wir selbst sind es in Form unseres Bewusstseins, die da all unsere dunklen Gedanken und Handlungen beobachten und uns vielleicht auch mal dafür schämen.

Wenn der Geist nicht zuschaut, laufen wir auf Autopilot

Wenn der alles beseelende Geist nicht zuhört, hören auch wir nicht zu, dann läuft unser Körper auf Autopilot und tut Dinge, die wir weder steuern noch bewusst miterleben. Auch das klingt unheimlich, so wie Schlafwandeln, fast wie ein Zombie, der Dinge tut, an die wir uns nicht erinnern können. Aber mal ehrlich gesagt, können Sie sich an den letzten Griff zu ihrer Tasse erinnern, oder wann Sie im Auto geschaltet, gebremst oder den Blinker gesetzt haben. Das geht alles ohne bewusstes Erleben, dennoch hat ihr Gehirn alles gespeichert und wenn Sie sich ganz arg anstrengen, können Sie sich sogar daran erinnern, ohne dass sie es im entsprechenden Moment bewusst wahrgenommen haben.

Warum fühlt der Täter nicht den Schmerz der Opfer?

Eine ganz zentrale Frage ist in diesem Zusammenhang, wieso erleben wir nur subjektiv das, was wir bewusst tun und nicht alles was der allumfassende Geist erlebt? Wäre das so, müsste jeder Verbrecher, der jemanden bedroht oder verletzt sofort seine Tat abbrechen, da er ja gleichermaßen die Schmerzen und das Leid spüren müsste, die er seinen Opfern antut. Warum ist das nicht so? Im Beitrag „Kann etwas allmächtig und gut zugleich sein?“ hatten wir das Beispiel mit den Fingern, die versuchen einen stacheligen Igel aufzuheben. Wir haben das Gefühl, dass wir in jedem Finger einzeln den Schmerz spüren. Es findet eine ständige Rückkopplung zwischen unseren Fingern und unserem Gehirn statt. Zum Teil reagieren die Finger noch bevor der Schmerz das Bewusstsein erreicht hat. Und ähnlich bidirektional dürfte die Kommunikation zwischen uns und dem alles beseelenden Geist stattfinden. Dieser Geist spürt in jedem bewussten Moment genau das, was auch wir spüren. In Gegenrichtung müssen wir aber überhaupt erst einmal empfänglich für die Botschaften des Geistes aus der Quantenwelt sein. Sind wir abgestumpft, können wir schreckliche Dinge tun, ohne dabei die Gefühle des alles beseelenden Geistes zu empfangen. Sind wir hingegen sensibilisiert, fühlen wir intensiv mit unseren Mitmenschen mit und können keiner Fliege etwas zuleide tun.

Ohne Gefühle erlischt der göttliche Funke

Alle bewussten Empfindungen, an die wir uns erinnern können, müssen irgendwie den Weg in unser Gehirn und unser Gedächtnis finden. Wie aber soll ein Verbrecher die Gefühle des allumfassenden Geistes erfahren, die auch die Empfindungen seiner Opfer umfassen, wenn sein Gehirn für alle geistigen Botschaften abgestumpft ist? Es ist gerade noch so viel Bewusstsein da, dass ein dumpfes Erlebnis seines eigenen Tuns in Erinnerung bleibt. Und je abgestumpfter der Täter ist, desto weniger Gefühle empfindet er bei seinen Taten. Am Ende bleiben Gefühle, die nichts mit dem allumfassenden Geist zu tun haben, sondern sich klar von ihm abgrenzen. Täter sind außer sich vor Raserei, haben es mit einem blindwütigen Ausrasten zu tun, sind wie von Sinnen vor Wut. Das sind Momente, in denen wesentliche Teile des Bewusstseins komplett ausgeschaltet sind. Nicht umsonst heißt es, dass wir in so einer Verfassung total neben uns stehen. Ich glaube nicht, dass da der alles beseelende Geist wirklich bei uns ist. Noch schlimmer sind die Momente in denen wir mit kaltem Verstand ohne jegliches Gefühl handeln. Nicht fühlen bedeutet letztendlich, den Kontakt zum göttlichen Funken vollständig verloren zu haben. Ohne Gefühle ist der schärfste Verstand tot und seelenlos. Nicht umsonst war es möglich, dass hochintelligente Ärzte in Konzentrationslagern zu unsäglichen Grausamkeiten fähig waren. Sie haben ihre Gefühle, ihre Seele komplett abgeschaltet und nur noch als herzlose Naziroboter funktioniert.

Hirntot, aber trotzdem bei vollem Bewusstsein

Wie aber erklären sich dann Nahtoderfahrungen. Auch die müssen ja den Weg zurück in das physische Gedächtnis desjenigen finden, der darüber berichtet. Wie soll das aber möglich sein, wenn alle elektrochemischen Prozesse zwischen den Nervenzellen zum Erliegen kommen. Wir sprechen nämlich genau dann von Hirntod, wenn keinerlei Hirnströme mehr messbar sind. Aus Sicht der Kritiker ist das der größte Widerspruch bei den Berichten zu Nahtoderfahrungen. Bedenken wir aber, dass die Quantenempfänger in unseren Zellen üblicherweise durch Hirnaktivitäten überlagert werden, so ist der Zustand des Null-Linien-EEGs, also wenn keine Hirnströme mehr messbar sind, der ideale Zustand, um die schwachen Botschaften aus der Quantenwelt wahrzunehmen. Denn die Zellen mit ihren Quantenempfängern sind ja noch am Leben, nur alle Störfaktoren von außen sind verschwunden. So ist es also nicht verwunderlich, wenn im Zustand der absoluten Dunkelheit und Funkstille die Quantenrezeptoren in den Nervenzellen die geistigen Signale am klarsten empfangen können. Dass die ja immer noch lebenden Zellen diese beeindruckenden Erlebnisse dann auch als physischen Eindruck abspeichern ist nicht mehr weiter verwunderlich.

Wir müssen es lernen, mit dem alles beseelenden Geist zu sprechen

Zusammenfassend können wir also feststellen, wenn es eine Kommunikation zum allumfassenden Geist gibt, dann erfolgt sie auf rein emotionaler Basis und wird meist durch den geistigen Lärm und Stress des Alltags übertönt. Wir müssen es also wieder lernen, in Dialog mit dem Geist der uns beseelt zu treten. Gedankenlos heruntergeleierte Gebete und Rituale helfen uns dabei jedoch nicht.

Wie kann der Geist unseren Körper beeinflussen?

Das wichtigste in Kürze

Um den göttlichen Funken, also bewusstes Erleben zu ermöglichen ist in unseren Zellen ein Übergang in die Quantenwelt nötig. Das ist jedoch aufgrund der gewaltigen Größe und Komplexität von Zellen im Vergleich zu Quanten eher unwahrscheinlich. Derzeit gibt es mehrere, experimentell kaum untersuchte Theorien zur Funktionsweise des sogenannten Quantenbewusstseins. Am überzeugendsten ist dabei die Fähigkeit von Sehzellen, einzelne Quanten in Form von Photonen wahrzunehmen.


Zu groß für den göttlichen Funken

Wenn unser Bewusstsein, unsere Seele ein göttlicher Funke sein soll, dann würde das bedeuten, dass unser makroskopischer Körper in irgendeiner Form mit einem Geist außerhalb der materiellen Welt in Verbindung stünde. Doch wie soll das funktionieren? Wir gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass irgendwo in unserem Gehirn irgendein metaphysischer Empfänger sitzt, der diese Herausforderung bewältigt. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn unser Körper gehört dem Makrokosmos an. Selbst eine mikroskopisch kleine Zelle ist im Vergleich zu Botschaften aus der metaphysischen Welt der Quanten – und hier vermuten wir ja die Ursache für den Geist – nahezu unendlich groß.

Unbedeutender, als ein Sack Reis

Wie wir im Beitrag „Kann ein Geist alle fühlenden Wesen beseelen?“ bereits gesehen haben, ist eine Zelle aus Sicht von Atomen groß wie eine Millionenstadt. Nun sind für Quanten bereits Atome riesige Objekte. Ein Photon ist im Vergleich zur „Großstadt“ Zelle nicht mehr, als ein winziges Reiskorn. Nun wissen wir, dass selbst das Umfallen eines ganzen Sacks voll Reis in einer Großstadt keine Reaktionen hervorrufen wird. Was soll dann erst ein winziges Reiskorn ausrichten?

Theorien zum Quantenbewusstsein

In einer halbwegs allgemeinverständlichen Übersicht hat Prof. Günther Ewald einige der plausibelsten Theorien zusammengetragen, wie eine Kommunikation zwischen masseloser Quantenwelt und der materiellen Struktur unseres Gehirns möglich ist.

1. Wahrscheinlichkeitsfelder der Vesikelöffnung

Der australische Hirnforscher und Nobelpreisträger John C. Eccles hat in seinen Arbeiten Lösungen für die Problematik gesucht, dass “materiefrei” auch “energiefrei” bedeutet. Er sah eine mögliche Lösung in der Tatsache, dass bei der Weitergabe elektrischer Impulse in den Endknöpfchen der Nervenzellen (den sogenannten Vesikelöffnungen) Wahrscheinlichkeitsfelder und somit Quantenprozesse eine Rolle spielen und deren Veränderung energiefrei ist. Somit könnte an der Schnittstelle zwischen den Nervenzellen der gesuchte Quantenempfänger sitzen.

2. Die Hameroff-Penrose-Theorie

Eine andere Theorie haben der amerikanische Hirnbiologe Stuart Hameroff und der englische Physiker Roger Penrose bereits in den 90er Jahren entwickelt, nach der das Bewusstsein durch Quanteneffekte an winzigen Eiweißröhrchen (Mikrotubuli) in den Gehirnzellen ausgelöst wird. In ihrer als „Orch-OR“ bezeichneten Theorie sollen die Mikrotubuli innerhalb von Zellen aufgrund ihres geringen Durchmessers von etwa 20 Nanometern auf so genannte Quantenkohärenzen (orchesterartige “Zusammenklänge” von Quantenschwingungen) reagieren können. Mittlerweile ist die Orch-OR-Theorie noch einmal grundlegend aktualisiert und in einer Fachpublikation von Hameroff und Penrose ausführlich besprochen worden (hier finden Sie einen kostenlosen Download der Publikation).

3. Der Quanten-Zenon-Effekt bei Stapp

Der Physiker Henry Stapp hat die Verflechtung von Beobachter und Beobachtetem bei quantenphysikalischen Experimenten aus neurologischer Sicht untersucht. Stapp geht davon aus, dass der Geist über den sogenannten Quanten-Zenon-Effekt auf das Gehirn wirkt. Beim Quanten-Zenon-Effekt kann der Ablauf eines Quantensystems durch kurz aufeinanderfolgende Beobachtungen festgehalten werden. Stapp geht davon aus, dass sich damit erklären lässt, wie durch Konzentration ein Gedanke bewusst gemacht werden kann ohne dass er sofort wieder vergessen wird.

4. Chaostheoretischer Ansatz

Der Frankfurter Neuroforscher Wolf Singer sieht eine Besonderheit im Gehirn in seiner nichtlinearen Komplexität. Denkvorgänge in einem neuronalen Netz lassen sich nicht durch klassische mathematische Gleichungen (lineare Gleichungen) beschreiben. Damit gilt für die mathematische Betrachtung von geistigen Prozessen die Chaostheorie. Chaotische Prozesse neigen aber dazu, dass sie sich aufgrund kleinster Einflussfaktoren hin zu diametral unterschiedlichen Zuständen entwickeln können. Dieser als Schmetterlingseffekt bekannte Effekt geht davon aus, dass theoretisch der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen könnte. Auf die chaotischen Prozesse im neuronalen Netz unseres Gehirns übertragen bedeutet das, selbst einzelne Quanten müssten ausreichen, um eine bewusste Handlung auszulösen.

Über die Liste von Prof. Ewald hinaus habe ich bei meinen Recherchen noch zwei weitere Ansätze pro quantenphysikalischer Verknüpfung von Gehirn und Geist gefunden:

5. Die Proteinverstärker des Bruce Lipton

Es gibt noch einen weiteren, bisher wenig beachteten Ansatz, der aber meines Erachtens mindestens genauso relevant ist, wie die zuvor gelisteten. Er stammt vom Zellbiologen Bruce Lipton. In seinem Buch Intelligente Zellen zeigt er auf, wie riesige Proteinmoleküle durch winzige Ladungsänderungen und sogar durch Quanteneffekte an ihren Enden ihre Form schlagartig und grundlegend verändern können. Nun sind Proteine die zentralen Schaltstellen in unseren Zellen. Sie müssen sich Proteine als molekulare Maschinen vorstellen, die Stoffwechselprodukte transportieren, chemische Reaktionen katalysieren, Signalstoffe erkennen und sogar für unsere Muskelbewegungen verantwortlich sind. Wenn Sie den Wasseranteil einer Zelle entfernen, dann besteht die verbleibende Zellsubstanz zur Hälfte aus Proteinen. Sie sind somit Hauptbestandteil der Zelle. Aus ihnen bilden sich die wichtigsten Zellstrukturen und sie sind an nahezu allen Aktivitäten innerhalb der Zelle und auch nach außen hin entscheidend beteiligt. Somit haben Proteine einen ungleich stärkeren Einfluss auf unsere Zellen, als die Mikrotubuli, die ihrerseits übrigens auch wieder aus Proteinen bestehen (siehe oben die Hameroff-Penrose-Theorie).

Am Ende ein Quantenverstärker

Dabei ist bemerkenswert, dass die Steuerung der Proteine über ihre ladungssensitiven Enden erfolgt, die dabei wie ein Verstärker funktionieren. Geringste Veränderungen können beispielsweise zum Zusammenrollen eines stäbchenförmigen Proteins führen. Das ist so, wie bei diesen Schnappbändern für Fahrradfahrer mit denen Hosenbeine gesichert werden. Da genügt ein leichtes Antippen und das flache Band rollt sich schlagartig um den Knöchel. Das Spannende daran ist nun, dass sich das experimentell ermittelte Proteinverhalten nicht mit klassischen Modellen sondern nur mit der Mathematik der Quantenmechanik berechnen lässt. Mit anderen Worten, die Prozesse in unseren Zellen können an entscheidender Stelle durch Quanteneffekte beeinflusst werden.

Wo die Gefühle entstehen

Das bedeutet natürlich nicht, dass Proteine Gefühle empfinden. Vielmehr verhalten sie sich als eine Art Antenne hinüber in die geisterhafte Welt der Quanten. Wenn, dann entstehen Gefühle in unseren Zellen. Was auch erklärt, warum sich die Fähigkeit, Gefühle zu empfinden, in unterschiedlichsten Tiergattungen jeweils parallel entwickeln konnten, ähnlich wie die Fähigkeit zu sehen (siehe dazu auch „Ist der schöpferische Geist mit der Evolutionstheorie vereinbar?“). Zum anderen finden wir bei Zellen alle Eigenschaften eigenständiger Lebewesen vor. Daher tendiere ich ganz klar dazu, auch ihnen prinzipiell Gefühle zuzuschreiben. Beachtenswert finde ich in diesem Zusammenhang das Buch „Wie einzigartig ist der Mensch“ über die Evolution von Gehirn und Geist des Neurobiologen Gerhard Roth, der darlegt, dass Einzeller zwar kein Nervensystem besitzen, aber von der Informationsaufnahme und deren Verarbeitung höheren Lebensformen gleichen, sie haben sogar ein Gedächtnis und sind alles andere als reine Reflexmaschinen.

6. Der Ein-Photonen-Effekt

Egal, welcher Mechanismus den Zellen nun tatsächlich den Übergang in die geistige Welt der Quanten ermöglicht. Ihr Auge tut es auf jeden Fall gerade in diesem Moment, in dem Sie diese Zeilen lesen. Ein menschliches Auge ist in der Lage, bei absoluter Dunkelheit bereits das Auftreten eines einzigen Photons wahrzunehmen. Nun sind aber Photonen masselose Teilchen, die dem Reich der Quanten zuzuschreiben sind. Allein diese Tatsache beweist, dass unsere Zellen prinzipiell in der Lage sind, winzigste Quantenbotschaften zu empfangen und beliebig zu verstärken.

Licht als Quelle von Spiritualität

Dabei ist bemerkenswert, dass dem Licht eine besondere spirituelle Funktion beigemessen wird. So war ganz zu Beginn das Schöpfungswort: „Fiat Lux“ – es werde Licht. Auch war der Sonnengott in zahlreichen Religionen die höchste Gottheit (z.B. bei Ägyptern und Inkas). Engel werden als Lichtgestalten beschrieben (aber auch der gestürzte Engel Luzifer, dessen Name Lichtbringer bedeutet). Das Lebenslicht, das verlischt, wenn die Seele den Körper verlässt und das Licht am Ende des Tunnels dem unsere Seele bei Nahtoderfahrungen entgegenstrebt. Und wenn wir eine göttliche Eingabe haben, sprechen wir von einer Erleuchtung. Laut Kabbala ist Licht spirituelle Essenz, es ist die Eigenschaft des Einen, der uns geschaffen hat – des Schöpfers.

Wir müssen wissen, wo wir zu suchen haben

Die Funktionsweise, wie unsere Augen diese einzelnen Lichtquanten wahrnehmen können, ist sehr genau erforscht, denn alles, was wir zum Verstehen dieses Prozesses benötigen, ist bekannt: das Medium, nämlich sichtbares Licht, die Quelle, z.B. ein Bildschirm, als auch die Empfänger auf zellulärer Ebene, das sind die Sehzellen der Netzhaut in unserem Auge. Ohne diese Kenntnis hätten wir sicher niemals verstanden, wozu der Farbstoff Rhodopsin und die Ionenkanäle in den Stäbchenzellen unserer Netzhaut dienen. Sollte es in unserem Gehirn Rezeptoren für geistige Quantenbotschaften geben, wird es uns daher nicht möglich sein, sie zu finden, ohne dass wir genau wissen, wonach wir überhaupt suchen müssen.

Quanteneffekte und strahlende Kinderaugen

Was wir aber sicher sagen können ist, dass Quanteneffekte bei den Funktionen innerhalb von Zellen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Es dominieren Prozesse der klassischen Elektrochemie. Nur wenn diese ausbleiben, können Quanteneffekte überhaupt zum Tragen kommen. Je mehr wir unseren Geist mit Medien, Genussmitteln und den starren Programmen des rationellen Denkens blockieren, desto weniger Chance besteht, Botschaften aus der Quantenwelt und somit auch vom allumfassenden Geist zu empfangen. Das deckt sich mit der Tatsache, dass Erleuchtungsmomente vor allem in Phasen innerer Ruhe und Meditation auftreten. Dies ist ganz anders bei Kindern, die viel intensiver erleben und die weit öfter das Gefühl von Einheit mit Gott und der Welt erfahren. Dies liegt vor allem daran, dass sie über nur wenig eingefahrene Denkprozesse und abstumpfende Erfahrungen verfügen. Das ist auch der Grund für die leuchtenden Kinderaugen, die mit zunehmendem Alter immer seltener strahlen.

Sind Gefühle mehr als nur Elektrochemie?

Das wichtigste in Kürze

Viele Forscher leiten Gefühle und Gotteserlebnisse auf elektrochemische Prozesse im Gehirn zurück. Doch die Tatsache, dass Gefühle über nahezu alle Arten hinweg auftreten, lässt Zweifel daran aufkommen. Und auch chemische Botenstoffe sind eben nur Botenstoffe und keine Gefühle an sich. Gefühle sind wie auch das Bewusstsein reine Metaphysik, sie sind eine artenübergreifende Ursprache und stehen für den göttlichen Funken in uns.


Der Beweis für Elektrochemie?

Im Beitrag „Gibt es einen allumfassenden Geist?“ haben wir uns mit den großen Momenten auseinandergesetzt, in denen wir uns eins fühlen mit dem Universum. Sei es in tiefer Meditation, in Momenten großer Gefühle, beim Lauschen ergreifender Musik, bei intensiven Naturerlebnissen und bei körperlicher oder geistiger Ektase. Auch lassen sich solche Einheits- oder Gottesgefühle künstlich mit Hilfe psychedelischer Drogen oder magnetischer Felder hervorrufen. Für Gläubige ist das ein Gottesbeweis, für Skeptiker genau das Gegenteil, denn wenn man etwas künstlich erzeugen kann, dann ist das ja ein Beleg dafür, dass es eine Illusion sei, die uns durch reine Elektrochemie vorgegaukelt wird. Und überhaupt, alle Gefühle lassen sich auf Gehirnareale und elektrochemische Prozesse zurückführen.

Unterschiedliche Hardware, gleiche Wirkung

Bei Säugetieren konnte das Gefühlszentrum im Limbischen System lokalisiert werden. Verletzungen in diesem Hirnareal führen zu Persönlichkeitsveränderungen bis hin zu vollständiger emotionaler Fühllosigkeit. So weit so gut, doch betrachten wir das grundlegend anders aufgebaute Hirn von Vögeln, so findet sich auch hier an ganz anderer Stelle, nämlich dem dorsalen ventrikulären Kamm, ein Zentrum für Gefühle. Wer einen Papagei oder Wellensittich besitzt, der weiß, dass dieser mindestens genauso intensiv auf menschliche Gefühle reagiert und über dasselbe emotionale Repertoire wie höhere Säugetiere verfügt.

Von Schmusekatzen zu Schmusemuränen

Und es kommt sogar noch besser. Bisher galten Fische als gefühllose Reflexmaschinen. Doch auch hier haben mittlerweile spanische Forscher nachgewiesen (10/2011 – Neuronengeflüster im Endhirn), dass der Mantel ihres Vorderhirns (Pallium) der Sitz von Gefühlen ist. Fischer beobachten diese Entdeckung mit großer Beunruhigung, denn sollte sich herausstellen, dass Fische genauso intensiv Angst und Schmerz empfinden wie Säugetiere, so könnte es beim Fischfang zu ähnlich scharfen Auflagen wie für das Schlachten von Säugetieren kommen. Wenn Sie der Meinung sind, dass das wohl nicht sein kann, dann schauen Sie sich folgendes Video an:

Die dort gezeigte, frei lebende Muräne schmust und kuschelt mit der Taucherin ähnlich intensiv, wie wir es von Hunden oder Katzen kennen. Um sich so zu verhalten muss sie auch ähnlich fühlen wie wir und unsere nächsten Verwandten aus dem Reich der Säugetiere. Das bedeutet aber auch, dass trotz völlig unterschiedlicher Gehirnstrukturen ähnliche Gefühle existieren.

Von gierigen und neu-gierigen Fischen

Und wer ein Aquarium sein Eigen nennt, der weiß genau, dass jeder seiner Fische ein anderes Verhalten an den Tag legt. Der eine ist am gierigsten, der nächste am neugierigsten, ein dritter am ängstlichsten, ein anderer am aggressivsten, ein weiterer am anhänglichsten und so weiter und so fort. Und das hat nichts damit zu tun, dass wir ihnen in unzulässiger Weise menschliche Eigenschaften zuschreiben die sie nicht haben, sondern es sind Verhaltensweisen die sich klar beschreiben und prognostizieren lassen. Wenn es ums Füttern geht werden die Gierigen, die Aggressiven und die Neugierigen als erste da sein, die Schüchternen, Ängstlichen und Anhänglichen werden erst später zum Zug kommen. Und wenn wir mit der Hand ins Aquarium greifen werden die Gierigen versuchen sie anzuknabbern, die Aggressiven sie zu beißen und die Neugierigen werden sie interessiert untersuchen. Die Ängstlichen werden sich verbergen, die Schüchternen sich erst nach einiger Zeit annähern und die Anhänglichen werden wir so schnell nicht mehr los. Egal welche Lebenssituation wir anschauen, Hunde, Katzen, Papageien aber auch Fische werden sich je nach ihrer Persönlichkeit ähnlich verhalten.

Artenübergreifende Persönlichkeiten

Vor ca. 400 Mio. Jahre trennten sich die evolutionären Wege von Fischen und heutigen Wirbeltieren. Der letzte gemeinsame Vorfahr von Säugetieren und Vögeln dürfte vor 280 Millionen Jahren gelebt haben. Die Hirnstrukturen dieser Tiere sind also keine Variationen ähnlich gebauter Strukturen sondern haben sich grundsätzlich unabhängig voneinander entwickelt. Dennoch zeigen diese Tiere gleiche und durchaus individuelle Emotionen. So einfach können wir das weder auf reine Elektrochemie noch auf evolutionäre Selektion zurückführen. Denn in diesem Fall müssten alle Tiere einer Gattung sehr einheitliche Gefühle an den Tag legen. Doch haben wir bei allen Tierarten die komplette Bandbreite aller Charaktere. Es gibt bei jeder Gattung Gierige, Aggressive, Neugierige, Schüchterne, Ängstliche, Anhängliche usw. So gibt es Gänse, die aggressiver als ein Großteil frei lebender Löwen sind, so manch ein Hase hat schon eine Schlange in die Flucht geschlagen und ich kenne Pitbullterrier, die wesentlich gutmütiger sind als die meisten Schmusekatzen.

Das Liebesleben der Weinbergschnecke

Noch seltsamer ist das Verhalten gewöhnlicher Schnecken. Diese ja doch sehr primitiven Tiere vergnügen sich in einem bis zu 20-stündigen Liebesakt, der, wer es einmal mit eigenen Augen gesehen hat, an Innigkeit kaum zu überbieten ist. Ich hatte einmal das Vergnügen, mir gute 10 Minuten das Liebesspiel zweier Weinbergschnecken anzusehen, wobei sie sich fest umschlangen und sich ausgiebig und zärtlich mit ihren Fühlern betasteten, was meine Einstellung gegenüber diesen schleimigen Gesellen komplett verändert hat. Auch hier versagen die Erklärungen Darwins jämmerlich, denn die Schnecken hatten sich einen Wanderweg als Liebesnest ausgesucht auf dem sie völlig ungeschützt vor Fressfeinden und den Fußsohlen großer Tiere ihrer Leidenschaft frönten. Aus evolutionärer Sicht macht es überhaupt keinen Sinn, sich so lange und lustvoll mit dem einfachen Austausch von Samenpaketen aufzuhalten und letztendlich sein Leben aufs Spiel zu setzen:

Zärtliche Brutpflege bei Kakerlaken

Und es geht noch weiter, selbst die von uns so verhassten Kakerlaken sind alles andere als gefühlslose biochemische Roboter. Sie kümmern sich außergewöhnlich zärtlich um ihre Brut. In Laborversuchen konnte gezeigt werden, dass junge Kakerlaken mit Streicheleinheiten wesentlich besser gedeihen als isolierte Tiere (mehr dazu hier). Nun sind die Nervenzentren von Schnecken und Kakerlaken unendlich weit von Gehirnen höherer Wesen entfernt. Dennoch spielt für diese Wesen so etwas Sinnloses wie Zärtlichkeit – letztendlich also Gefühle – eine zentrale Rolle.

Artenübergreifende Kommunikation

Wie bereits im Beitrag „Gibt es einen allumfassenden Geist?“ beschrieben, sind es Gefühle, die eine Artenübergreifende Kommunikation ermöglichen. Sie sind sozusagen eine allgemeingültige Ursprache zwischen allen beseelten Geschöpfen. Denn nicht nur wir Menschen spüren, in welcher Stimmung sich Tiere, egal welcher Gattung, befinden. Auch Tiere spüren, ob wir ihnen wohlgesonnen sind oder ob wir Angst vor ihnen haben. Nicht umsonst werden Menschen die Angst vor Tieren haben, egal ob vor Hunden, Raubfischen oder Instekten wesentlich häufiger angegriffen als solche, die den Tieren furchtlos gegenüber stehen. Und selbst wenn wir traurig sind, spüren das unsere tierischen Freunde worauf hin sich die Einfühlsameren unter ihnen darum bemühen, uns zu trösten.

Gefühle sind keine Erfindung des Gehirns

Die Bandbreite unterschiedlichster Emotionen die über nahezu alle tierischen Lebensformen beobachtet werden kann belegt, dass es sich bei Gefühlen nicht um einen isolierten Effekt handeln kann, der nur aufgrund spezieller Hirnstrukturen erklärbar ist. Die Hardware kann somit als Ursache ausgeschlossen werden. Doch was ist mit der Elektrochemie? Ist es nicht denkbar, dass Gefühle sich immer wieder auf dieselben chemischen Botenstoffe zurückführen lassen?

Botenstoffe sind keine Gefühle

Nachdem wir bereits im Beitrag „Ist der schöpferische Geist mit der Evolutionstheorie vereinbar?“ bei der parallelen Entwicklung von Augen feststellen mussten, dass der Ursprung des Sehens bereits in Einzellern zu suchen ist, können wir auch bei den Emotionen davon ausgehen, dass diese ebenfalls bereits von den Einzellern „erfunden“ wurden. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass artenübergreifend die gleichen oder ähnlichen Botenstoffe die Gefühle vermitteln. Doch sowenig das Internet in der Hardware meines Rechners zu lokalisieren ist, nur weil ich dort den Internetbrowser und seinen Cache finden kann, so wenig lässt es sich auf die IP-Datenpakete reduzieren, die zwischen den Rechnern ausgetauscht werden. Und das gleiche gilt für die Botenstoffe des Gefühlslebens. Nur weil ich ihre Wirkung analysieren, reproduzieren und somit Gefühle künstlich auslösen kann, habe ich noch lange nicht die eigentliche Natur der Gefühle entdeckt.

Übergang in die Welt des Metaphysischen

Wie in dem Beitrag „Wie real ist unser Geist?“ hergeleitet, ist das, was in uns fühlt nicht durch Chemie, Physik oder Naturgesetze beschreibbar. Gefühle und Bewusstsein stehen außerhalb der Physik. Sie sind Metaphysik. Sie sind die Ursprache, die uns mit allen Lebewesen verbindet, sie sind der göttliche Funke in uns. Wenn es also gelingt, ein Gotteserlebnis künstlich durch psychedelische Drogen oder magnetische Felder hervorzurufen, so ist das Erlebnis dennoch alles andere als künstlich. Es ist und bleibt metaphysisch. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein metaphysisches Erleben eines metaphysischen Überwesens auch tatsächlich einen Kontakt zu diesem Wesen herstellt durchaus gegeben und somit weitaus größer, als dass sich dies ein fühlloser Biocomputer alles nur einbildet. Denn eines steht fest, damit sich ein fühlloser Biocomputer etwas einbilden kann, muss er das auch empfinden und somit fühlen, womit wir wieder die Welt des Physischen verlassen und uns ins Metaphysische begeben.

Warum dominiert das Prinzip Leben-frisst-Leben?

Das Wichtigste in Kürze

Ein gütiger schöpferischer Geist lässt sich kaum mit der Dominanz räuberischer Lebensformen vereinbaren. Die Existenz von Raubtieren basiert auf evolutionärer Selektion und Variation, einem Prinzip das durch keinen Geist aus der Quantenwelt beeinflusst werden kann. Und dennoch gibt es eine sanfte Lebensform, die die Erde sogar noch stärker dominiert als die Menschheit.


Wieso lässt der schöpferischer Geist Raubtiere zu?

Im Beitrag „Kann etwas allmächtig und gut zugleich sein?“ haben wir zwar recht überzeugende Belege dafür gesammelt, dass der allumfassende Geist wirklich für das Gute stehen müsste. Und dennoch, so ganz überzeugend ist der Gedanke nicht, wenn man bedenkt, dass mit uns Menschen Raubtiere unseren Planeten dominieren, die sich vom Leben anderer ernähren. Wenn der schöpferische Geist aber wirklich gut ist, und auf der anderen Seite über durchaus große Macht verfügt, wieso hat er es dann überhaupt so weit kommen lassen?

Der Geist wirkt nur durch den Zufall

Zunächst einmal sollten wir uns noch einmal vor Augen führen, wie diese geistige Macht wirkt. Es handelt sich dabei um den Zufall aus der Quantenwelt, ein Zufall, der ohne Verletzung von Naturgesetzen lediglich über Mutationen die Innovation in der Evolution beeinflussen kann. Auf das wesentlich dominantere evolutionäre Gesetz von Zucht und Auslese hat dieser Quantenzufall jedoch keinen Einfluss, denn hier regieren kausale und logische Zusammenhänge, also Ursache und Wirkung. Es gilt nun zu prüfen, ob sich das Prinzip von Leben-frisst-Leben mit einem evolutionären Vorteil rein über Variation und ohne jegliche Mutation erklären lässt oder ob dafür das innovative Prinzip nötig ist, auf das ein geistiger Schöpfer aus der Quantenwelt Einfluss nehmen könnte. Wäre das der Fall, so würde das massive Zweifel an der Güte des schöpferischen Geistes aufwerfen.

Durch Variation zu Leben-frisst-Leben

Dafür müssen wir ganz bis zum Anfang des Lebens reisen, als es lediglich Einzeller gab. Da es anfangs noch keine anderen Lebewesen gab, die diese ersten Einzeller fressen konnten, waren sie auf eine friedliche Ernährung (autotroph) durch die Aufnahme anorganischer Nährstoffe begrenzt. Sicher war es ein Unfall, als die ersten autotrophen Einzeller begannen sich räuberisch (heterotroph) zu ernährten und sich andere Einzeller einverleibten. Wahrscheinlich bekam ihnen diese Nahrung zunächst nicht besonders, doch es genügt ein entsprechend hoher Selektionsdruck, einerseits in Form eines Nährstoffmangels und andererseits in Form eines Überangebots an anderen Einzellern um diese Variation zu erklären. Die Einzeller, deren Verdauungstrakt sich entsprechend variiert hatte und nun auch in der Lage war, andere Einzeller zu verdauen, hatten einen Vorteil und konnten sich besser vermehrten als die, denen dies nicht gelang. Darüber hinaus bekamen die räuberischen Einzeller einen weiteren evolutionären Vorsprung, da sie für die Aufbereitung organischer Nährstoffe nun weniger Energie benötigten und ihnen somit mehr Energie für die Nahrungssuche zur Verfügung stand. Soweit können wir schon mal einen klaren evolutionären Vorteil ausmachen. Und der Weg dahin lässt sich rein durch die Variation bestehender Prinzipien erklären.

 Wie dominant ist die Menschheit?

Doch ist dem wirklich so? Blicken wir auf uns Menschen, so ist uns klar, dass wir die dominierende Spezies auf diesem Planeten sind. Und warum, weil wir fast jede erdenkliche Lebensform fressen, derer wir habhaft werden können. Pflanzen, Fische, Wirbellose, Wirbeltiere, Säugetiere, selbst vor süßen Kuschelhäschen machen wir nicht halt. Eigentlich muss man fast Angst vor der eigenen Art bekommen. Aber ich behaupte, dass Leben-frisst-Leben nicht das dominante Prinzip ist.

Gleichgewicht der Räuber-Beute-Beziehung

Zum einen kann sich das Prinzip Leben-frisst-Leben nicht zum absolut dominierenden Modell entwickeln, da das Angebot an organischer Nahrung limitiert ist. Es müsste sich somit ein Gleichgewicht in der Räuber-Beute-Beziehung einstellen, bei dem es aufs Jahr gerechnet mehr Beutetiere geben muss, als die Räuber zum Überleben benötigen. Wenn ein Löwe mit 200 kg Körpergewicht pro Tag 7 kg Nahrung zu sich nimmt, so benötigt er jährlich etwa das 13-fache seines Körpergewichts an Beutetieren. Das Gewichtsverhältnis Räuber zu Beute müsste grob gerechnet im einstelligen Prozentbereich liegen. Steigt die Räuberpopulation geht den Räubern rasch die Nahrung aus und sie verenden, somit kann die Beute sich wieder erholen und der Zyklus geht von vorne los. Dennoch können wir von einer Dominanz der Raubtiere sprechen, da sie sich beliebig bei ihrer Beute bedienen können.

Suche nach einem sanften Gegenmodell

Obwohl dieses grausame Fressen-und-gefressen-werden eigentlich einen gewaltigen evolutionären Vorteil bietet, gibt es jedoch ein sanftes Gegenmodell das in Wirklichkeit unsere Biosphäre beherrscht. Doch welche Art soll das sein? Wie wäre es mit Bienen und Schmetterlingen, die sich zwar von Pflanzen ernähren, aber dabei nicht töten und sogar noch einen Nutzen liefern. Dann haben wir da noch ein paar Großwale, die sich von Kleinorganismen ernähren, aber auch das ist Leben. Und selbst Pflanzenfresser fressen Leben. Nicht nur meine Nachbarin mit dem grünen Daumen ist davon überzeugt, dass auch Pflanzen eine Art Gefühlsleben besitzen, es handelt sich höchstwahrscheinlich um fühlende Wesen, die positiv auf Streicheleinheiten und Musik reagieren und sogar Schmerz und Angstreaktionen aufweisen (mehr dazu im Artikel Pflanzen mit Gefühl, Seele und Verstand). Daher sind auch Pflanzenfresser nicht das Gegenmodell von dem ich spreche.

Dominanz der Anzahl der Individuen

Es sind die Pflanzen selbst, die ich meine. Und trotz ihrer Friedfertigkeit und ihrer Wehrlosigkeit haben sie es zur wirklich dominanten Spezies geschafft. Lassen Sie mich das etwas genauer erklären. Woran sollen wir Dominanz fest machen? An der Anzahl von Individuen? Da hätten die Ameisen wohl die beste Aussicht darauf, das Rennen zu machen. Es gibt auf unserem Planeten immerhin etwa 100 Billiarden davon. Doch sind sie wirklich die dominante Spezies? Eigentlich nicht, denn im Vergleich zu uns Menschen haben sie nur verhältnismäßig geringe Auswirkungen auf unseren Planeten.

Dominanz der Umweltbeeinflussung

Von daher sind die Auswirkungen auf die Umwelt sicher ein vernünftiger Ansatz. Womit wir wieder beim Menschen wären. Allein unser CO2-Ausstoß führt zu massiven Klimaveränderungen, welche Spezies hat so etwas schon angerichtet? Es waren die Pflanzen und die haben damit ein ernsthaftes Problem bekommen. Ursprünglich war weit mehr CO2 in unserer Atmosphäre. Vor 500 Millionen Jahren war der CO2-Anteil gut 20-mal höher als heute. Damals gab es als Pflanzen nur planktonische Algen. Doch mit dem Siegeszug der Pflanzen veränderte sich die Atmosphäre dramatisch. Heute leiden sie unter Atemnot. Aus Sicht der Pflanzenwelt ist somit das Ausgraben und Verfeuern der fossil gespeicherten Kohlenstoffe eher Segen als Fluch. Aber trotzdem, es ist der Mensch, der die Erdoberfläche mit Straßen zubetoniert und sie mit Staudämmen und Städten überzieht. Er ist es, der die Erde am nachhaltigsten verändert. Schauen Sie sich die Erde doch aus dem Weltall an. In der Nacht ist der einst dunkle Planet zu einem Meer aus Lichtpunkten geworden. Doch tagsüber sehen wir gerade einmal die ganz großen Städte, die Chinesische Mauer und ein paar Staudämme, eingebettet in das Grün der Pflanzenwelt.

Dominanz der Biomasse

Aber um die Diskussion abzukürzen, es gibt eine ganz einfache Berechnung, um herauszufinden, welche Spezies die dominante ist, nämlich die, wie viel lebende Biomasse sie angehäuft hat. Raten Sie doch einmal, wer ist schwerer, die 100 Billiarden Ameisen oder die 7,2 Milliarden Menschen? Es dürfte Unentschieden ausgehen, sowohl die Menschheit, als auch die Ameisen wiegen in Summe jeweils etwa 400 Millionen Tonnen. Beides zusammen macht schon mal knapp 20 Prozent der gesamten tierischen Biomasse aus. Alle Tiere an Land und in den Ozeanen besitzen zusammen etwa ein Gewicht von 3,5 Milliarden Tonnen. Und nun kommt die große Preisfrage, was bringen die Grünpflanzen auf die Waage?

Mit Wehrlosigkeit zur Dominanz

Es sind satte 1000 Milliarden Tonnen. Mit anderen Worten, das „Böse“, die Fleisch- und Pflanzenfresser, machen gerade einmal 3,5 Promille der Grünpflanzen aus. Und da glauben wir allen Ernstes, Leben-frisst-Leben wäre das dominante Prinzip auf unserem Planeten. So stark auch der evolutionäre Vorteil dieses grausamen Systems sein mag, es dominiert ganz klar ein gütiges, friedliches Prinzip, das nur aus Licht, Luft, Wasser und anorganischen Nährstoffen Leben erschafft. Natürlich könnte man als Ursache hierfür die oben beschriebene Tatsache ins Feld führen, dass die Pflanzenwelt einfach nicht mehr Menschen und Tiere ernähren kann. Diese Theorie könnte vielleicht stimmen, würde sich die Tiermasse irgendwo im Prozentsatz der Pflanzenmasse bewegen. Aber wir sprechen gerade mal von 3,5 Promille und die Pflanzen regenerieren sich teilweise bereits nach wenigen Monaten, sodass der Zyklus nicht auf Jahre sondern deutlich kürzer gerechnet werden muss. Ich denke, es hat einen anderen Grund. Obwohl die Pflanzen so schwach sind, hat irgendein Prinzip sie erfolgreicher gemacht, als das böse Leben-frisst-Leben. Ich überlasse es Ihnen zu bewerten, wer hinter diesem Prinzip steckt.